Angebote – Zielgruppen

Das Thema Hörschädigung ist schon komplex genug. Und noch viel komplexer sind die Auswirkungen, die der einzelne dann zu verarbeiten hat.

Auch wenn ich schwerpunktmäßig mit Betroffenen in der ambulanten und stationären Therapie arbeite, habe ich mein Tätigkeitsfeld auf diejenigen ausgeweitet, die mindestens genau so betroffen sind. Nämlich die, die dem hörgeschädigten Menschen gegenüberstehen. Auch sie sind betroffen von einer Behinderung, die dazu führt, dass der andere das, was ich sagen möchte, nicht versteht. Und das oft nicht nur akustisch. Daher sind die oft hörenden Gesprächspartner hörgeschädigter Menschen die Co-Betroffenen. Auch sie brauchen oft Unterstützung.

Hörgeschädigte Menschen kommunizieren anders als hörende. Auch wenn man das oft nicht merkt. Ein Beispiel ist sicherlich vielen bekannt, den Betroffenen wie den Co-Betroffenen: Der Hörgeschädigte versteht unter umständen nicht, welche Emotionen der Sprecher „herüberbringen“ will und schon ist das Missverständnis da.

In gemischthörenden Beziehungen geht das ganz schön ans Eingemachte. Ist Kommunikation ohne Missverständnisse überhaupt möglich?

„Hörgeschädigte sind misstrauisch“ ist ein weit verbreitetes Vorurteil. Ist das wirklich so? Oder wirken sie nur so?

„Ambivalent“ sagen mir viel Akustiker, seien sie, erst wollen sie ein Hörgerät und dann doch nicht.

Lehrer wundern sich oft, warum der schwerhörige Schüler ausgerechnet in einer Schule für Hörgeschädigte sich nicht traut, nachzufragen, wenn er nicht verstanden hat. Komisch, diese Schwerhörigen.

All diesen Menschen möchte ich Angebote machen. Angebote, die dazu führen, dass der Hörgeschädigte sich besser fühlt und der gut hörende Kommunikationspartner sich sicherer  – im Umgang mit dem Schwerhörigen.

Die Vielfalt meiner Arbeitseinsätze geht also von der Einzelberatung über intensives Kommunikationstraining hinaus bis zur „In Augenscheinnahme“ von betrieblichen Abläufen beim Hörgeräteakustiker – inkl. eines Teamcoachings mit Vorschlägen zur Verbesserung der Abläufe im Umgang mit dem Kunden.

Fortbildungsangebote für Gruppenleiter von Betroffenenverbänden, Mitarbeitern in Beratungsstellen, Hörgeräteakustikern, Lehrern und ganzen Belegschaften, die hörgeschädigte Kollegen haben,  runden das Angebot ab.

Wenn die zwei Welten (hörend – hörgeschädigt) aufeinander prallen, gibt es Grenzen, aber auch Möglichkeiten. Diese auszuloten ist mein Ziel.

Es ist nicht alles möglich, aber es ist es wert, dass man es versucht.